NSG Schwarzromantik - Magazin
Hochzeit in der Kirche - eine Trauerfeier!
..wie traurig Hochzeiten doch sind.
Man sagt, es ist der schönste Tag im Leben - der Hochzeitstag. Dazu
lädt man alle mölichen Verwandten und Bekannte ein und macht ein riesig
großes Fest. Man feiert seine Liebe zum Partner und will durch die Ehe
zeigen, dass man immer füreinander da sein und einander lieben möchte.
Ein schöner Brauch, doch ich frage mich wirklich, warum man diesen so verunstaltet und ins Traurige zieht.
Eine kirchliche Trauung beginnt mit dem Einzug der Brautleute, was eher
an einen Einzug eines mittelalterlichen Königs erinnert. Dazu noch die
uns allen so bekannte Hochzeitsmusik. Das einzige, was daran schön ist,
ist das wunderschöne weiße Kleid der Braut, wie die Schleppe hinter ihr
herzieht. Dies nenne ich einen Moment, den man niemals vergisst.
Doch dann folgt ein ewig langes Gelaber von einem Gott, der uns nur auf
die Welt gebracht hat, um Sündiger zu werden und uns immer wieder als
Schuldige zu fühlen.
Der Priester erzählt den Gästen irgendetwas von ewiger Liebe, predigt uns
vor, dass Gott Liebende zusammenbringt.. Das einzige Komische daran:
Der Priester selbst darf nicht heiraten! (Ich rede als von
Katholiken!). Wie kann mir irgendein dahergelaufener, im Zölibat
lebender, Prediger etwas von ewiger Liebe säuseln? Paradox, diese
Kirche, aber das war sie ja schon immer.
Und wo wir gerade von ewiger Liebe sprechen: Wie kann man heutzutage
denn noch den Standpunkt vertreten, dass "das was Gott in Liebe
zusammengebracht hat von dem Menschen nicht getrennt werden darf"?
Liebe Kirchenmänner, schön und gut, dass ihr die Bibel auswendig könnt,
der Haken dabei ist aber, dass in der Kirche meistens mindestens 2
Menschen sitzen, die sich haben scheiden lassen. So ist die heutige
Zeit; jeder weiß es, bloß ihr Kirchenmänner haltet an euren alten,
konservativen Grundsätzen fest, die eh keinen Menschen mehr
interessieren.
Nun aber zurück zur Hochzeit.
Es wird also irgendetwas heruntergsäuselt und geworben, damit auch bloß
das Kind, das die beiden Eheleute bekommen, getauft wird und nicht zur
Sünde findet, weil es ja nicht getauft ist. Die Musik ist uralt und
hört sich an, als wenn das irgendein verarmter, einsamer Poet
geschrieben hätte. Passt das zum "schönsten Tag im Leben"? Ist es das,
was wir uns unter einer schönen und bleibenden Erinnerung vorstellen?
Für mich ist es kaum begreiflich, das als eine Erfüllung
anzusehen.
Man sitzt in einer kalten Kirche, in der jeder Ton wiederhallt wie in
einer Höhle. Ja, das passt. Es gibt nichts tristeres, als eine Kirche,
so finde ich! Überall die Bilder von Jesus, wie der arme Mann leidet
und das Kreuz mit sich schleppt. An den Fenstern sieht man meist auch
nur Bilder von Menschen, die Schmerzen haben, bluten oder sonst
irgendwie eine Stimmung verursachen, die nichts mit Fröhlichkeit zu tun
hat. Mich bedrückt es, ich fühle mich schlecht, eingeengt, und das,
obwohl alle Kirchen recht groß und hoch sind. Es riecht förmlich nach
Trauer und diese Kälte, wie als ob man hier Tote bewahren wollte.
Überall sehe ich diesen Jesus, der leidet für sein Leben. Was
bewirkt ein Glaube, der nur auf Schmerz aufgebaut ist? Der den Menschen
immer wieder sagt, dass sie etwas Schlechtes sind? Der Frauen
diskriminiert, weil so ein uraltes Buch sagt, sie hätten den Mann zur
Sünde verführt?
Wie kann etwas, das Menschen erbaut haben, heilig sein? Kirchen sind
alte, morode und kalt. Also wie kann man darin ein Freudenfest feiern?..
Die Menschen haben den Bezug zur Natur komplett verloren. Sie verehren
Götzen, die sie selbst nach ihrem Willen und ihren Vorstellen
erschaffen haben und vergessen doch, wie viel Göttliches um sie herum
ist. Jeder Grashalm und jeder Baum, jeder Stein und jeder Tropfen
Wasser sind heilig, wenn man es nur sieht und verstehen will. Jeder
Sonnenstrahl strahlt Wärme und Geborgenheit aus. Das asoziiere ich mit
Liebe und Gefühl, und nicht kalte Kirchenmauern, hässliche
Altweibergesänge und Predigten von jemandem, der keine Ahnung hat.
gez. Lirielle
verfasst am 19.06.2005 von Lirielle
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