dunkle Poesie 
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Hochzeit in der Kirche - eine Trauerfeier!

http://www.schwarzromantiker.de/magazin/img//145ad095d66644a9.jpg..wie traurig Hochzeiten doch sind.

Man sagt, es ist der schönste Tag im Leben - der Hochzeitstag. Dazu   lädt man alle mölichen Verwandten und Bekannte ein und macht ein riesig   großes Fest. Man feiert seine Liebe zum Partner und will durch die Ehe   zeigen, dass man immer füreinander da sein und einander lieben möchte.
  Ein schöner Brauch, doch ich frage mich wirklich, warum man diesen so verunstaltet und ins Traurige zieht.
  Eine kirchliche Trauung beginnt mit dem Einzug der Brautleute, was eher   an einen Einzug eines mittelalterlichen Königs erinnert. Dazu noch die   uns allen so bekannte Hochzeitsmusik. Das einzige, was daran schön ist,   ist das wunderschöne weiße Kleid der Braut, wie die Schleppe hinter ihr   herzieht. Dies nenne ich einen Moment, den man niemals vergisst.
  Doch dann folgt ein ewig langes Gelaber von einem Gott, der uns nur auf   die Welt gebracht hat, um Sündiger zu werden und uns immer wieder als   Schuldige zu fühlen. 
  Der Priester erzählt den Gästen irgendetwas von ewiger Liebe, predigt uns   vor, dass Gott Liebende zusammenbringt.. Das einzige Komische daran:   Der Priester selbst darf nicht heiraten! (Ich rede als von   Katholiken!). Wie kann mir irgendein dahergelaufener, im Zölibat   lebender, Prediger etwas von ewiger Liebe säuseln? Paradox, diese   Kirche, aber das war sie ja schon immer.
  Und wo wir gerade von ewiger Liebe sprechen: Wie kann man heutzutage   denn noch den Standpunkt vertreten, dass "das was Gott in Liebe   zusammengebracht hat von dem Menschen nicht getrennt werden darf"?   Liebe Kirchenmänner, schön und gut, dass ihr die Bibel auswendig könnt,   der Haken dabei ist aber, dass in der Kirche meistens mindestens 2   Menschen sitzen, die sich haben scheiden lassen. So ist die heutige   Zeit; jeder weiß es, bloß ihr Kirchenmänner haltet an euren alten,   konservativen Grundsätzen fest, die eh keinen Menschen mehr   interessieren.
  Nun aber zurück zur Hochzeit.
  Es wird also irgendetwas heruntergsäuselt und geworben, damit auch bloß   das Kind, das die beiden Eheleute bekommen, getauft wird und nicht zur   Sünde findet, weil es ja nicht getauft ist. Die Musik ist uralt und   hört sich an, als wenn das irgendein verarmter, einsamer Poet   geschrieben hätte. Passt das zum "schönsten Tag im Leben"? Ist es das,   was wir uns unter einer schönen und bleibenden Erinnerung vorstellen?   Für mich ist es kaum begreiflich, das als eine Erfüllung   anzusehen.
  Man sitzt in einer kalten Kirche, in der jeder Ton wiederhallt wie in   einer Höhle. Ja, das passt. Es gibt nichts tristeres, als eine Kirche,   so finde ich! Überall die Bilder von Jesus, wie der arme Mann leidet   und das Kreuz mit sich schleppt. An den Fenstern sieht man meist auch   nur Bilder von Menschen, die Schmerzen haben, bluten oder sonst   irgendwie eine Stimmung verursachen, die nichts mit Fröhlichkeit zu tun   hat. Mich bedrückt es, ich fühle mich schlecht, eingeengt, und das,   obwohl alle Kirchen recht groß und hoch sind. Es riecht förmlich nach   Trauer und diese Kälte, wie als ob man hier Tote bewahren wollte.   Überall sehe ich diesen Jesus,  der leidet für sein Leben. Was   bewirkt ein Glaube, der nur auf Schmerz aufgebaut ist? Der den Menschen   immer wieder sagt, dass sie etwas Schlechtes sind? Der Frauen   diskriminiert, weil so ein uraltes Buch sagt, sie hätten den Mann zur   Sünde verführt?
  Wie kann etwas, das Menschen erbaut haben, heilig sein? Kirchen sind   alte, morode und kalt. Also wie kann man darin ein Freudenfest feiern?..
  Die Menschen haben den Bezug zur Natur komplett verloren. Sie verehren   Götzen, die sie selbst nach ihrem Willen und ihren Vorstellen   erschaffen haben und vergessen doch, wie viel Göttliches um sie herum   ist. Jeder Grashalm und jeder Baum, jeder Stein und jeder Tropfen   Wasser sind heilig, wenn man es nur sieht und verstehen will. Jeder   Sonnenstrahl strahlt Wärme und Geborgenheit aus. Das asoziiere ich mit   Liebe und Gefühl, und nicht kalte Kirchenmauern, hässliche   Altweibergesänge und Predigten von jemandem, der keine Ahnung hat.

  gez. Lirielle


verfasst am 19.06.2005 von Lirielle
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